Unser Forschungsauftrag "Smart Move""Untersucht, wie verschiedene Transportwege euren Lebensraum beeinflussen. Wählt euch ein spezielles Problem aus und findet heraus, wie euer Umfeld damit umgeht. Schlagt basierend auf den gesammelten Informationen eine Lösung vor und zeigt, wie Euer Vorschlag eurem Lebensraum behilflich seinkann. Wie kann euer Team dazu beitragen, dass die Fortbewegung sicherer und einfacher wird? Überlegt euch, was getan werden müsste, um euren Lösungsvorschlag in die Tat umzusetzen. Veröffentlicht eure Ergebnisse in eurer Gemeinde. Die Präsentation eurer Forschungsergebnisse und Lösungen darf fünf Minuten nicht überschreiten." An die diesjährige Forschungspräsentation gingen wir mit hohen Erwartungen und angemessenem Anspruch heran. Immerhin erreichten wir auf diesem Gebiet im letzten Jahr den Titel „Zweitbeste Forschungspräsentation Zentraleuropas“ und eine der begehrten Nominierungen für den Preis der „Kreativsten Forschungspräsentation Europas“. Diese Erfolgsgeschichte, so lautete das eindeutige Ziel, muss weitergehen. Und so fieberte man der Veröffentlichung der Aufgaben Anfang September 2009 entgegen und bekam ungefähr das, was man dank des Themanamens „Smart Move“ schon im Groben erahnen konnte: Die Problemstellung „Intelligente Verkehrsführung“ und damit verbunden die Bewährungsprobe, möglichst einen lokalen Logistikengpass aufzuspüren und diesen zumindest theoretisch fachgerecht in Wohlgefallen aufzulösen. Nachdem wir eigentlich schon bei Climate Connections den bei uns sinnvollsten Aspekt des Schülertransports näher unter die Lupe genommen hatten, mussten wir uns deshalb im Zuge unserer Recherchen mit allerlei örtlich begrenzten Wehwehchen beschäftigen, allesamt nicht dazu tauglich, eventuell mal eine internationale Expertenjury zu überzeugen. Mecklenburg-Vorpommern ist ein Flächenland und die Wirtschaft ist keine wegweisende. Wir brauchten irgendetwas, das man auf die restliche Welt übertragen kann. Und glücklicherweise hielten wir trotz allem einen nicht zu verachtenden Trumpf in der Hinterhand: den Kontakt zum Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, eine Hinterlassenschaft Pascals, der dieses Schuljahr in Amerika verbringt und dessen Vater bei besagter, renommierter Institution arbeitet.
Ein Facebook-Brainstorming brachte die Erleuchtung. Stichwort: Interaktiver Touristenführer. Jetzt galt es, ein Konzept auszuarbeiten, das vor Einfallsreichtum und wissenschaftlicher Substanz nur so strotzt. Warum ausgerechnet einen Guide für Urlauber? Weil unsere wunderschöne Region vom Tourismussektor unheimlich abhängig ist. Also muss der Aufenthalt so komfortabel wie möglich gestaltet werden. Die Idee: Man lädt sich vorher kostenlos eine spezielle Software, von uns feierlich mit „Guidance Routing System“ getauft, herunter und installiert diese wahlweise auf einem Hochleistungshandy oder auf einem neueren Navigationsgerät, Hauptsache der Apparat beherrscht die innovative XBe™-Technik, eine Weiterentwicklung von GPS, weil sich bei GPS der Nachteil ergibt, dass das benutzte Instrument lediglich Daten empfangen, nicht aber senden kann. Mit einem solchen Handheld ausgestattet, ist der betreffende Tourist nicht nur dazu in der Lage, sich dank eines sich ständig aktualisierenden Interfaces jederzeit die variabelsten Möglichkeiten in seiner unmittelbaren Umgebung herauszusieben, seien es Event-, Strand-, Museumsbesuche o. Ä., nein, ebenso ist es ihm vergönnt, die gewünschte Sehenswürdigkeit mithilfe der Routenplanung auf die vorteilhafteste Art und Weise anzusteuern. Wer kennt sie schließlich nicht? Verstopfte Innenstädte, deren Staus man weitläufig umfahren würde, wenn man nur genügend Ortskenntnisse besäße. Das Navi besitzt womöglich sogar TCM, aber weil ganz Deutschland unter Zeitdruck leidet, nutzen alle dieselbe digital ausgewiesene Umleitung, bis auch diese kaum noch eine Alternative zum eigentlichen Stau darstellt. Es ist eine Entscheidung zwischen Not und Elend und langes Warten ist prinzipiell bereits vorprogrammiert. Dabei sind Stop-&-Go-Phasen tödlich für die Umwelt. Unüberblickbare CO2-Ausstöße, Grüne Plaketten hin oder her. ![]() GRS setzt nicht auf die Informationen von Polizeimeldungen, Taximessungen und Geschwindigkeit erkennende Fahrrinnen, sondern bei Individualerkennungen an. Die Überlegung ist denkbar simpel: Jeder am GRS-System partizipierende User ist ja sozusagen Teil eines Netzwerks, dessen Clients eifrig Daten ihrer momentanen Bewegung an einen speziellen Server schicken. Dieser Server verarbeitet in der Folge die empfangenen Ströme aus einer Gegend und empfiehlt, ob es ratsam ist, eine bestimmte Straße temporär in Anspruch zu nehmen. An der Geschwindigkeit beispielsweise kann man ja ablesen, ob der Verkehr gerade „fließt“ oder stockt. Stichwort: Floating Car Data™. Das möglichst hochfrequentierte System geht automatisch alle verfügbaren Strecken, die den Start- mit dem Zielpunkt verbinden, durch, angefangen mit der kürzesten Route. Ist der Verkehr dort lahm, dann ist die kürzeste Route nicht mehr die schnellste. Egal, auf was für einen Umweg GRS den Benutzer schickt, durch die flüssige Fahrweise ist sie definitiv die im jeweiligen Moment schnellste und umweltfreundlichste. Die Datenweitergabe geschieht natürlich auf anonymer Basis. Übrigens geben sich Verkehrsexperten mit den Geschwindigkeitsinformationen von 1 von 1000 Verkehrsteilnehmern zufrieden. Sich darauf zu verlassen, ist nicht mehr nötig, je mehr Leute von GRS Gebrauch machen.
Aber das ist noch nicht alles! Ein anderes Highlight betrifft die Freizeitgestaltung. Wer nach einem Anlaufpunkt sucht, der klickt sich durch mehrere Filter, die seine Präferenzen in einem breiten Einrichtungs- und Sehenswürdigkeitenpool hervorheben. Institutionen und Gewerbe aller Art können GRS somit als Werbefläche nutzen, die Hinführung zu ihnen erfolgt selbstverständlich inklusive. Selbst die Auslastung muss kein unbeschriebenes Blatt sein. Verantwortliche der Etablissements greifen durch Handy oder Internet auf das System zu und teilen die noch verfügbaren Kapazitäten mit. Diese Informationen können ebenso anhand von Lichtschranken eingefangen werden. Der eingeweihte Interessierte überdenkt seine Optionen und ist in der Lage, sich dank dieses Gimmicks ein besseres Bild von seinen Gesamtalternativen zu machen. Ist ein überlaufenes Unternehmen denn geschäftsfördernd? Sicher ist es das. Vollbeschäftigung zeugt doch von Qualität. All jene Instanzen, die durch die Werbeplattform am meisten profitieren, zahlen anfangs ein kleines Obolus, um die Technik zu finanzieren. Ist der Startaufwand, für den der Staat in Bürgschaft steht, erst einmal wieder eingeholt, wird die Instandhaltung durch Franchiseweiterverkäufe realisiert.
![]() GRS wird zu einer Marke, die allen Beteiligten, also Urlaubern, Einheimischen, Natur, Wirtschaft und Staat, ausschließlich Vorteile bringt. In Staaten der Dritten Welt könnte es immens dazu beitragen, dass dort die CO2-Abgase in der nahen Zukunft nicht allzu sehr in kaum absehbare Höhen schnellen. Niemand weiß, wie man mit der zunehmenden Autobelastung umgehen soll. GRS ist ein erster Schritt. Hierzu kreierten wir außerdem ein aufwendig programmiertes Funktionsmodell. Mit vier NXT-Robotern und von ihnen unterstütztem Bluetooth™ kann man das gedachte Szenario gut veranschaulichen. Ein NXT dient als Server, die anderen als Verkehrsteilnehmer, die untereinander eben mithilfe des Servers kommunizieren und durch ständige Kommunikation immer die für sich günstigsten Routen zugewiesen bekommen.
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